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Droht die Bargeldabschaffung in der EU?

In immer mehr Ländern wird auf höchster wirtschaftlicher und politischer Ebene gegen den Gebrauch von Bargeld agiert. Steht uns irgendwann ein komplettes Verbot von Bargeld oder sogar die Bargeldabschaffung bevor?

Ein komplettes Bargeldverbot hat bisher zwar kein Land der Welt durchgesetzt, die Bargeldabschaffung scheint aber im Trend zu liegen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe und Hintergründe, die in diesem Artikel beleuchtet werden. Was feststeht ist, dass eine gute Kreditkarte in Zukunft praktisch unumgänglich sein wird.

Bargeldabschaffung in Indien

Einem tatsächlichen Bargeldverbot nähert sich Indien aktuell am ehesten. Die Regierung unter Narendra Modi erklärte vor einigen Jahren für die meisten völlig überraschend alle 500- und 1000 Rupien Scheine für ungültig. Das sind ganze 80 Prozent aller Geldscheine, die in Indien im Umlauf sind. Die indische Bevölkerung musste die besagten Scheine einzahlen, damit sie umgetauscht wurden.

Das Problem dabei: Ein großer Teil der indischen Bevölkerung ist gar nicht im Besitz eines Bankkontos. Tatsächlich gibt es in vielen ländlichen Regionen nicht einmal Bankinstitute. Und einen Zugang zum mobilen Banking per Smartphone etc., welches durch die Maßnahmen unter anderem gestärkt werden soll, fehlt genauso bei Millionen von Indern.

Das Vorgehen bringt so einen großen Teil der indischen Bevölkerung in Schwierigkeiten. Man fragt sich also, wieso eigentlich ein so großes Interesse an der Bekämpfung des Bargeldes besteht.

Schweden als Paradebeispiel

Ein weiteres Land, bei dem die Abschaffung von Bargeld Stück für Stück vollzogen wird, ist Schweden. Im Vergleich zu Indien ist die Umsetzung hier aber um einiges einfacher, da die Bevölkerung nicht verarmt ist. Zudem ist Schweden durchaus für seine innovativen Ideen bekannt: So kann z.B. einem obdachlosen Bürger der gewünschte Betrag per App überwiesen oder auch bargeldlos Kirchenkollekte gezahlt werden. Generell nimmt der digitale Zahlungsverkehr in dem Land einen viel höheren Stellenwert ein als das in Deutschland der Fall ist, weswegen eine Bargeldabschaffung dort eher Sinn ergibt.

Bargeldzahlungen sind nach wie vor am beliebtesten
Quelle: Umfrage Deutsche Bundesbank. Obwohl neue Bezahlverfahren stetig steigende Zahlen verbuchen, ist das Bargeld bisher immer noch mit Abstand am beliebtesten.

Für wen wäre ein Bargeldverbot von Vorteil?

In Indien gibt es zwei klare Hauptgründe für den Versuch, den Bargeldverkehr einzuschränken. Einmal möchte Indien, wie schon angedeutet, das bargeldlose Bezahlen fördern. Tatsächlich könnte das Land damit eine führende Rolle einnehmen. Ein Sektor, der enorm profitieren würde, wäre zum Beispiel der der Fintech Unternehmen.

Der zweite und vielleicht noch wichtigere Grund ist der Kampf gegen Korruption und Schwarzgeld. Zunächst hört sich das vielleicht nobel an, es geht aber auch darum, dass der Staat selbstverständlich sehr viel einfacher Steuern einziehen kann, wenn die Einkünfte und das Vermögen aller Bürger überprüfbar werden. Es gibt bisher tatsächlich einen sehr großen Teil der indischen Bevölkerung, der sein Einkommen nicht versteuert oder meldet.

Ähnliche Argumente führt die EU bezüglich ihrer Bemühungen einer Bargeldabschaffung – zunächst im Rahmen einer Obergrenze von 5.000 Euro – an. Viele europäische Staaten arbeiten bereits mit solchen Begrenzungen, in Deutschland konnte solch eine allerdings nicht durchgesetzt werden. Allerdings wurden vor Kurzem Neudruck und Ausgabe von 500-Euro-Scheinen durch Banken gestoppt. Mit den Neuerungen sollen Schwarzgeld, organisierte Kriminalität und die Finanzierung von terroristischen Aktivitäten bekämpft werden. Schaut man sich allerdings aktuelle Entwicklungen im Banken-Sektor und die Methoden an, mit denen Banken in den letzten Jahren ihr Geld verdient haben, kommen ganz andere Motive an die Oberfläche.

Strafzinsen für Banken und ihre Folgen

Diese Motive bestehen vor allem in einer zunehmenden Kontrolle der Banken über die Bevölkerung und ihr Geld. Seit geraumer Zeit müssen Bankinstitute, nicht nur in Deutschland, Strafzinsen für eingelagertes Geld zahlen. Deutsche Banken zahlen zum Beispiel 0,4% Strafzinsen. Hier handelt es sich übrigens auch um einen entscheidenden Grund für das Sinken der Zinsen auf Tagesgeldkonten und anderen Anlageformen. Für Banken lohnt es sich ganz einfach nicht mehr, wenn ihre Kunden große Mengen an Geld anlegen.

Im Moment ist es noch so, dass die Banken ihr Geld alternativ zu großen Teilen über Kreditvergaben machen. Die andere Möglichkeit – und mit einem Bargeldverbot wäre dies für die Banken noch um einiges leichter – liegt eben darin, dass die besagten Negativzinsen an den Kunden weitergegeben werden.

Sollten also in Zukunft immer höhere Negativzinsen auf Girokonten oder sogar Tagesgeldkonten veranschlagt werden, ist es natürlich im Interesse der Banken, wenn diese Konten möglichst gut gefüllt sind. Der Kunde sollte sein Bargeld also nicht zu Hause in der Matratze verstecken – daher die Idee der Bargeldabschaffung.

Schulden und Kredite im Privatsektor

Allerdings ist es nicht so, als trüge der Bürger keine Mitschuld an der Situation. Das Spiel der günstigen Kredite beeinflusst dieser seit einigen Jahren nämlich nur allzu gerne, was die dramatischen Schuldenbilanzen im Privatsektor der EU immer wieder beweisen. Hier ein kleines Beispiel anhand des größten deutschen Bundeslandes:

Schulden Bargeldabschaffung Statistik

Man sollte hier also immer beide Seiten beachten und die Problematik nicht unüberlegt auf Banken- und Regierungsverschwörungen reduzieren. Und auch in Panik sollte man nicht verfallen – zwar können Staaten die Ausgabe von Scheinen und Münzen reduzieren, dennoch hat ein Staat nur so viel Macht, wie seine Bürger ihm geben.

Tausch und alternative Zahlungsmethoden in den Gemeinschaften können nicht unterbunden werden. Ein nachhaltiger Konsum sollte sich sowieso zusehends von ständigen Geldausgaben zu einer Philosophie der Wiederverwertung hinbewegen. Jenseits von diesen zugegebenermaßen ideologischen Vorstellungen gibt es zudem schon heute Währungen, auf die der Staat keinen Zugriff hat, , wie zum Beispiel Bitcoin.

Fazit

Selbstverständlich ist ein potenziell dermaßen großer Eingriff in den privaten Finanzsektor, wie die Bargeld-Obergrenze, bedenklich. Und es ist vor allem kritisch, dass die Privatperson, die das Ganze betrifft, nicht gefragt wird.

Trotzdem ist es wichtig, sich alle Seiten des Problems anzusehen und nicht in eine wütende Panikmache zu verfallen. Wir werden nicht in den nächsten zehn Jahren durch eine spontane Bargeldabschaffung den Banken völlig ausgeliefert sein. Es ist noch Zeit, um sich gegen einen Verfall des Bargelds zu wehren, Kompromisse zu schließen, alternative Wege zu finden.
Wer allerdings Geld anlegen will, sollte sich damit vielleicht beeilen, zum Beispiel bei einem Tagesgeldkonto, das noch Zinsen abwirft. Eine andere Möglichkeit ist auch das Anlegen auf lange Sicht, z.B. in Form eines Sparplans.

Bildquelle: Vielen Dank an Alexas_Fotos für das Bild (Alexas_Fotos/www.pixabay.de)

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